Hauptplatz
Das historische Herz der Stadt – seit Jahrhunderten Mittelpunkt für Handel, Begegnung und Kultur.
Eine Stadt zwischen Bergen, Flüssen & Geschichte
Zwölf Orte. Eine Tour. Sammle an jeder Station einen Stempel für deinen Lienz-Pass — erzählt, recherchiert und gestaltet von der 1. Klasse.
Was ist das hier?
Keine App aus dem Store. Eine Stadtführung, die Schülerinnen und Schüler selbst gebaut haben.
Jede Station erzählt eine kleine Geschichte — vom römischen Aguntum über Schloss Bruck bis zum Zusammenfluss von Isel und Drau. Lauf die Tour ab, scanne dich durch, beantworte die Quizfragen und sammle Stempel.
Das historische Herz der Stadt – seit Jahrhunderten Mittelpunkt für Handel, Begegnung und Kultur.
Hinter den alten Mauern der Liebburg steckt eine spannende Geschichte – entdecke sie jetzt!
Ein mächtiger Turm, ein uraltes Fundament und das kontroverse Egger-Lienz-Erbe.
Die mächtige Residenzburg über den Dächern von Lienz birgt die geheimen Spuren der alten Grafen und weltberühmte Kunstschätze.
Unter Aguntum liegen noch heute Teile einer ganzen römischen Stadt verborgen.
Wusstest du, dass die Isel an ihrer Mündung oft sogar mehr Wasser führt als die Drau?
Der Fluss Isel – Natur, Hochwasser und Geschichte.
Hinter diesen dicken Mauern verbirgt sich das älteste Kloster der Stadt – und ein Geheimnis um vertriebene Mönche und einen versteckten Kreuzgang.
Vom streng bewachten Schatzhaus der Grafen zum friedlichen Ort der Kulturen – entdecke das Geheimnis des Lienzer Antoniuskirchls!
Unter deinen Füßen liegen die Spuren einer Kirche, die vor über 200 Jahren verschwunden ist.
Erkunde das preisgekrönte Tor zu den Dolomiten, wo historische Dampflok-Pionierarbeit auf futuristische Architektur trifft!
Der Logenplatz von Lienz – entdecke die 'geologische Mogelpackung'.
„Wenn du heute am Ufer stehst, blickst du auf einen Ort, der Natur und Mensch seit Generationen verbindet."
Station 6 · Zusammenfluss Isel & Drau
Dein Lienz-Pass
Beantworte vor Ort die Quizfrage richtig — und der Stempel ist dir sicher. Dein Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.
Stell dir vor, du stehst im 14. Jahrhundert hier. Händler rufen ihre Waren aus, Pferdekarren rollen über den Platz und Menschen tauschen Neuigkeiten aus ganz Europa aus.
Der Hauptplatz von Lienz entstand im Mittelalter als zentraler Handelsplatz. Durch seine Lage im Iseltal wurde er zum Knotenpunkt für Händler aus Tirol, Kärnten und Norditalien. Früher war er Marktplatz und Handelszentrum – heute ist er Ort für Kultur, Tourismus und Begegnung.
Der Hauptplatz war nicht nur Markt, sondern auch Ort für Feste, Urteile und öffentliche Bekanntmachungen.
Suche an den Fassaden rund um den Hauptplatz nach historischen Details wie Wappen, Inschriften oder alten Erkern.
Du stehst jetzt vor der Liebburg, einem der bekanntesten Gebäude von Lienz. Stell dir vor, du lebst vor über 400 Jahren als Graf von Wolkenstein-Rodenegg. Das alte Schloss Bruck liegt hoch über der Stadt und der Weg dorthin ist mühsam. Deshalb entscheidest du dich, mitten im Zentrum von Lienz eine neue und bequemere Residenz bauen zu lassen.
So entsteht die prächtige Liebburg mit ihren auffälligen Türmen und großen Sälen. Hier kannst du wichtige Gäste empfangen und bist näher am Leben der Stadt. Im Laufe der Jahrhunderte übersteht die Liebburg Brände und wird für verschiedene Zwecke genutzt. Heute dient sie als Rathaus von Lienz.
Nach einem Brand im 17. Jahrhundert musste die Liebburg teilweise wieder aufgebaut werden.
Findet und fotografiert die zwei auffälligen Turmhauben der Liebburg.
Du stehst jetzt vor der Stadtpfarrkirche St. Andrä, dem ältesten und prunkvollsten sakralen Bauwerk von Lienz. Du befindest dich nördlich des Stadtkerns auf dem sogenannten „Pfarrbichl“ – einer markanten Anhöhe über dem Isel-Flussbett.
Wenn du den Blick nach oben richtest, fällt dir sofort der mächtige Turm ins Auge, der weit über die Dächer ragt. Das heutige Bauwerk besticht durch seine gotische Architektur. Das wahre Geheimnis verbirgt sich jedoch in der Kriegergedächtniskapelle: Hier fand der weltberühmte Maler Albin Egger-Lienz seine letzte Ruhestätte. Seine monumentalen Fresken sorgten nach dem Ersten Weltkrieg für europaweites Aufsehen – die Darstellung des „Auferstandenen“ war so provokant, dass die Kapelle zeitweise vom Klerus gesperrt wurde.
Die Kirche war oft Schauplatz kultureller Konflikte: Der Skandal um Egger-Lienz' monumentale Fresken führte sogar zur zeitweiligen Sperrung der Kapelle durch den Klerus.
Sucht das Detail, das mit Albin Egger-Lienz zu tun hat (Kriegergedächtniskapelle).
Du stehst jetzt direkt vor den mächtigen, kühlen Mauern von Schloss Bruck. Wenn du den Blick weit nach oben richtest, siehst du den gewaltigen, quadratischen Bergfried. Er ragt stolz in den Osttiroler Himmel und bewacht seit dem frühen 13. Jahrhundert ununterbrochen den gesamten Talkessel von Lienz. Jedes einzelne dieser massiven Steinstücke wurde vor über 700 Jahren unter unvorstellbarer Anstrengung herbeigeschleppt.
Hier oben bauten die Grafen von Görz ihre uneinnehmbare Residenz, um Macht zu zeigen und Feinde abzuschrecken. Doch die Burg war nicht nur eine trutzige Festung: Im ruhigen Innenhof wartet eine wunderschöne Schlosskapelle mit farbenprächtigen mittelalterlichen Fresken. Außerdem beherbergen die historischen Gemäuer heute das Museum der Stadt Lienz sowie die weltberühmte Galerie des Malers Albin Egger-Lienz.
Die Mauern des riesigen Hauptturms (Bergfried) sind an der Basis fast 5 Meter dick – so massiv gebaut, um selbst heftigsten Einschlägen feindlicher Kanonenkugeln standzuhalten.
Halte direkt im inneren Burgtor Ausschau nach der kleinen, kunstvoll in den Stein gemeißelten Wappen-Rosette der Grafen und fotografiere sie aus nächster Nähe!
Du stehst jetzt vor Aguntum, der einzigen römischen Stadt Tirols. Vor fast 2.000 Jahren war hier ein lebendiger Ort mit Straßen, Häusern, Werkstätten und einem Markt. Die Römer bauten die Stadt an dieser Stelle, weil sie günstig an wichtigen Handelswegen lag. In der Nähe fließt die Drau, und die Berge boten Schutz und Rohstoffe.
Wenn du durch die Ausgrabungen gehst, kannst du dir vorstellen, wie Händler ihre Waren verkauften, Kinder auf den Straßen spielten und Handwerker arbeiteten. Archäologen haben hier viele spannende Funde gemacht: Teile von Wohnhäusern, Badeanlagen, Werkstätten und wertvolle Alltagsgegenstände. Nach dem Ende der Römerzeit verfiel die Stadt langsam und wurde schließlich verlassen.
Aguntum war die einzige echte Römerstadt Tirols – und wurde vor fast 2.000 Jahren gegründet!
Suche einen Teil einer römischen Mauer oder einen Stein mit eingemeißelten Zeichen – und fotografiere ihn. Überlege: Was könnten diese Spuren bedeuten?
Du stehst jetzt vor dem beeindruckenden Punkt, an dem die Kräfte zweier mächtiger Flüsse aufeinandertreffen. Der Zusammenfluss von Isel und Drau liegt in Lienz auf etwa 670 Metern Seehöhe. Die Isel kommt wild und ungezähmt aus dem Nordwesten der Hohen Tauern, während die Drau aus dem Westen durch das Pustertal herbeifließt. Hier verschmelzen ihre Wasser zu einem gemeinsamen Weg durch Osttirol.
Doch dieser Ort war schon lange vor unserer Zeit bedeutend. An genau dieser Stelle trafen wichtige Täler und Handelswege aufeinander. Reisende, Händler und Bewohner nutzten den natürlichen Knotenpunkt seit Jahrhunderten. Aus einer kleinen Siedlung entwickelte sich nach und nach die Stadt Lienz.
Die Isel ist einer der letzten frei fließenden Gletscherflüsse der Alpen und entspringt direkt am Umbalgletscher in den Hohen Tauern.
Fotografiert die Stelle, wo beide Flüsse zusammenkommen.
Du stehst an der Iselpromenade in Lienz. Neben dir fließt die Isel, einer der letzten frei fließenden Gletscherflüsse der Alpen. Das Wasser kommt aus den Hohen Tauern und legt viele Kilometer zurück, bevor es Lienz erreicht. Im Frühling führt die Isel besonders viel Wasser, wenn Schnee und Eis in den Bergen schmelzen. Nach starken Regenfällen kann der Fluss schnell anschwellen.
An der Isel leben viele Tiere und Pflanzen. Fische finden hier sauberes Wasser und Vögel nutzen die Ufer als Lebensraum. Wenn du auf das Wasser schaust, kannst du erkennen, wie stark die Strömung ist – die Isel bewegt Steine, Sand und Geröll und verändert so ihr Flussbett immer wieder. Heute ist die Promenade ein beliebter Ort zum Spazierengehen, Radfahren und Beobachten der Natur.
Die Isel ist über 50 Kilometer lang, bevor sie in die Drau mündet – und ihr Wasser stammt aus den Gletschern der Hohen Tauern.
Finde und fotografiere einen großen Stein im Flussbett der Isel.
Du stehst jetzt vor der beeindruckenden Franziskanerkirche, auf dem geschichtsträchtigen Klosterplatz im Herzen von Lienz. Wenn wir nach oben blicken, spüren wir fast noch das Mittelalter, denn genau hier verlief damals die alte, mächtige Stadtmauer. Wir befinden uns auf rund 673 Metern Höhe, umrahmt von der Osttiroler Bergwelt.
Schaut euch das Hauptportal an: Es liegt im Westen, denn die gesamte Kirche ist traditionell nach Osten ausgerichtet – dorthin, wo morgens die Sonne als Symbol der Hoffnung aufgeht. Ursprünglich wurde dieser Ort im 14. Jahrhundert von Karmelitern erbaut, doch nach kaiserlichen Reformen zogen 1785 die Franziskaner hier ein. Richtung Norden seht ihr die Mauern ihres Klosters, das sich wie ein schützendes Quadrat an das Kirchenschiff anschmiegt.
Beim großen Stadtbrand von 1609 stoppte das Feuer wie durch ein Wunder exakt an den Klostermauern – seither verehren die Bürger den Ort als magischen Schutzschild der Stadt.
Suche den Übergang der Epochen: Fotografiere die Stelle, an der die Kirchenwand direkt mit den uralten Steinen der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer verschmilzt.
Du stehst jetzt vor einem der geheimnisvollsten Gebäude von Lienz: dem Antoniuskirchl! Aber wusstest du, dass dieses wunderschöne Gebäude mit der riesigen Uhr früher gar keine Kirche war? Vor fast 500 Jahren, im Jahr 1556, nutzten die Grafen von Görz diesen Ort als sogenannten „Fronkasten“ – ein streng bewachtes Lagerhaus für wertvolle Erze aus den Bergwerken der Umgebung. Erst im Jahr 1660 bauten die Bürger von Lienz das Lager in diese Kapelle um.
Fast wäre sie aber wieder verschwunden: Kaiser Josef II. wollte das baufällige Kirchlein im 18. Jahrhundert abreißen lassen. Doch die Lienzer protestierten so mutig, dass der Kaiser nachgab. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte die Stadt das Gotteshaus der russisch-orthodoxen Gemeinde zur Verfügung. Heute erlebst du drinnen eine faszinierende Mischung aus altem Tiroler Barock und glänzenden orthodoxen Ikonen – ein echter Ort des Friedens mitten im Zentrum!
Im Antoniuskirchl wurde früher tonnenweise Gold, Silber und Kupfer gelagert. Als „Fronkasten“ war es vor 500 Jahren das am besten gesicherte Depot für die Erze, die den Landesfürsten zustanden – im Grunde der Tresor der Stadt!
Suche die riesige kunstvolle Uhr an der bunten Außenfassade des Kirchturms und mache ein Foto, auf dem man die Zeiger gut erkennen kann.
Du stehst jetzt vor dem Johannesplatz, einem der ältesten Plätze von Lienz. Heute siehst du hier die Mariensäule und die Überreste einer alten Kirchenmauer. Vor vielen Jahrhunderten stand an dieser Stelle die Johanneskirche, die bereits 1308 urkundlich erwähnt wurde. Sie war ein wichtiger Treffpunkt für die Menschen der Stadt.
Nach mehreren Bränden wurde die Kirche immer wieder aufgebaut. Beim großen Stadtbrand von 1798 wurde sie jedoch so stark zerstört, dass sie nicht mehr errichtet wurde. An ihrer Stelle entstand später die Mariensäule. Wenn du genau auf den Boden schaust, kannst du noch Teile der ehemaligen Südmauer der Kirche entdecken.
Ein Teil der alten Kirchenmauer ist heute noch im Boden des Platzes zu sehen.

Finde dieses Detail am Johannesplatz und mache ein Foto davon.
Du stehst jetzt vor dem Mobilitätszentrum Lienz, einem der modernsten und schönsten Bahnhöfe Österreichs! Doch dieser Ort atmet pure Eisenbahngeschichte. Alles begann im Jahr 1871, als die Südbahngesellschaft die Strecke eröffnete. Geplant wurde das ursprüngliche Gebäude vom berühmten Architekten Wilhelm von Flattich. Damals schnauften hier schwere Dampflokomotiven durch das Tal und brachten den ersten großen Aufschwung nach Osttirol.
Der Bahnhof erlebte auch dunkle Zeiten: Am Ende des Zweiten Weltkriegs, im April 1945, zerstörten Bomber die Gleise und das Gebäude fast vollständig. Doch die Lienzer gaben nicht auf – bis 1950 wurde der Bahnhof komplett neu aufgebaut. Nach einer dreijährigen Umbauphase erstrahlt er seit 2022 in modernem, barrierefreiem Glanz. Die neue, tageslichtdurchflutete Unterführung verbindet nun endlich die zwei Stadtteile.
Die Isel führt bei der Mündung hinter dem Bahnhof eigentlich viel mehr Wasser als die Drau – rund 39 m³/s gegenüber nur etwa 14 m³/s. Hydrotechnisch ist die Drau hier also ein Nebenfluss der Isel!
Begib dich in die moderne Unterführung unter den Gleisen und suche den markanten Lichtschacht. Mache ein kreatives Foto aus der Froschperspektive, das Geometrie und Licht einfängt!
Du stehst jetzt vor dem gewaltigen Panorama der Lienzer Dolomiten. Schau nach Süden: Die schroffen, hellen Kalkzinnen ragen wie steinerne Wächter in den Himmel. Doch wusstest du, dass diese Berge geologisch gesehen gar keine echten Dolomiten sind? Sie bestehen zwar aus Hauptdolomit, gehören aber zu den Gailtaler Alpen.
Lange Zeit waren sie unberührt, doch im 19. Jahrhundert packte die Alpinisten der Ehrgeiz. Mutige Pioniere bezwangen die steilen Wände von Gipfeln wie der Großen Sandspitze oder dem Spitzkofel. Heute sind diese Berge der absolute Herzschlag des Tourismus in Lienz. Atme die frische Bergluft ein und lass den Blick über die Zacken schweifen!
Die Lienzer Dolomiten heißen nur so, um den Tourismus anzukurbeln! Geologisch gehören sie zu den Gailtaler Alpen (Drauzug), sehen den echten Südtiroler Dolomiten aber zum Verwechseln ähnlich.
Such den zackigen Doppelgipfel (Spitzkofel) am Horizont. Mache ein Foto, auf dem du so tust, als würdest du die Bergspitze mit zwei Fingern berühren!